Wo fange ich nur an?!

Die letzten beiden Jahre hatte ich leider nicht die Gelegenheit, die Nadelwelt in Karlsruhe zu besuchen, sodass ich mich dieses Jahr umso mehr darauf freute. Zwar liegt der Schwerpunkt der Messe bei Patchwork, meiner Ansicht nach darf diese auch als Handarbeitsmesse gesehen werden. Immer mehr Stände mit Wolle, Filz und anderen Handarbeitsmaterialien sind zu finden. Dementsprechend wanderte ich nach der Ankunft erst mal vorbei an den Ausstellungsstücken zum Verkaufsbereich.

Gleich vorab: Ein Tag genügt nicht, um die Eindrücke der Nadelwelt zu verarbeiten. Eigentlich müsste ich heute nochmal hin. Aber ich bin froh, dass ich wenigstens gestern dort war und mein Geldbeutel wird es mir danken, wenn ich heute daheim bleibe ;-)

Zwischen dem Ausstellungsraum und Verkaufsbereich bekam man erst mal ein großes Tipi von Ute Lennarz-Lembeck zu sehen. Da ich zügig shoppen gehen wollte, hielt ich mich da nicht lange auf. Aber es war sehr beeindruckend.





Neben den vielen Verkaufsständen freute ich mich am meisten, als ich plötzlich den Stand von Michael Powell entdeckte. Kreuzstickerinnen dürfte der Künstler eher bekannt sein. Er hat einen wunderbaren eigenen Malstil und es fällt mir wirklich schwer, ein Lieblingsbild von ihm zu benennen. Aber nein, die Gartenbilder haben es mir besonders angetan. Früher oder später werde ich die Secret Gardens in Angriff nehmen. Aber erst mal gönnte ich mir zwei kleine Lesezeichen.


Ein weiteres Highlight war der Stand von Elle tricote. Dabei stach mir erst mal eine wunderschön gestrickte Jacke ins Auge. Auf meine Frage, ob ich ein Foto davon machen dürfte, bekam ich ein Selbstverständlich zu hören und hier ist das gute Stück. Ich bin hin und weg. Und genauso von den anderen Dingen, die es dort zu sehen und als Strickpackung mit Anleitung zu kaufen gab. Einfach zum Niederknien.



Beim Taschenstand von Homepatchwork - Doris Hüdig wurde ich ganz hibbelig. Ich liebe tolle Taschen und an diesem Stand wurde man damit regelrecht überschüttet. Raffinierte Schnitte, Zubehör, Ideen... Input pur. Bilder habe ich davon keine, aber auf der Homepage gibt es einiges zu entdecken.

Eingekauft habe ich natürlich auch. Nicht viel, aber sehr gezielt. Wolle, die unbedingt mit wollte, weil sie mir schon Ideen zur Umsetzung lieferte. Bücher, die mich inspirieren und evtl. auch mal zum Neuen anregen werden. Ein Taschenschnitt von Doris Hüdig, weil ich von der genähten Tasche hin und weg war (neben eingen anderen Taschen mehr). Niedliche Mini-Holz-Garnrollen, die danach schreien, zu Schmuck verarbeitet zu werden und eine kleine Dose mit aufgedruckten Nähutensilien, weil ich unbedingt wieder an die Nähmaschinen möchte. Auf Stoffe verzichtete ich diesmal komplett, da mein großer Stoffschrank so schon aus allen Nähten platzt.

Im Verkaufsbereich hielt ich mich vieeeel zu lange auf. So viele Stände und so wenig Zeit (und Zeit ist ja bekanntlich Geld ;-) ). Gerne hätte ich eine kleine Kaffeepause gemacht, aber dann hätte ich noch weniger Zeit für die Ausstellung gehabt. Also machte ich mich mit einem leicht rauchenden Kopf daran, die Kunstwerke zu bestaunen.

Ja, aus dem Staunen kam ich stellenweise nicht raus, was manche mit Nadel und Faden so meistern. Ideen, Inspiration und Motivation so weit das Auge reicht. Ein paar Fotos habe ich natürlich auch gemacht, aber diese sind für den privaten Gebrauch. Ich kann die Künstler verstehen, wenn sie diese nicht im Internet veröffentlich haben möchten. Deswegen werde ich mich darauf beschränken, um meine Eindrücke zu verdeutlichen, kleine Ausschnitte von deren Kunstwerken zu zeigen. Ich hoffe, das ist für die KünstlerInnen in Ordnung.

Paula Nadelstern war dieses Jahr der geladene Gast. Ihre Kaleidoskop-Bilder sind beeindruckend und die Rafinesse entdeckt man erst, wenn man diese aus der Nähe betrachtet. Viele kleine Stoffstückchen werden von ihr zu großen Kunstwerken verarbeitet.

Sehr beeindruckt bin ich auch von den Kunstwerken von Monika Flake. Aus der Ferne wirken schon die farbenfrohen Quilts. Aber, wie bei jedem anderen Quilt auch, entdeckt man die Rafinesse erst aus der Nähe. Die Fäden des Pfauenbildes schimmerten, sobald sie sich im kleinsten Luftzug bewegten und das Bild dadurch noch lebhafter machten.


Auch Angelika Bimmler bearbeitet die Oberfläche ihrer Quilts auf eigenwillige Weise. Man sollte sich viel Zeit nehmen, um die vielen Details zu entdecken. Mir ist heute leider aufgefallen, dass ich von ihren Kunstwerken keine Detailfotos gemacht habe. Sehr bedauerlich, denn diese sind es auf jeden Fall wert, genauer angeschaut zu werden.

Eine weitere, sehr beeindruckende Künstlerin ist Waltraud Peters. Da wird doch sehr deutlich, dass einfarbige Flächen nicht monoton sein müssen und viel Raum für Struktur bieten. Das fasziniert mich immer sehr.


Ein weiteres Highlight waren die Kunstwerke von Irina Fomina. Auch bei ihr wird es teilweise dreidimensional. "Die Vögel" fand ich ganz toll. Besonders ins Auge stachen mir aber die beiden Bilder der Göttin Bast. Sie erzählte, dass diese Kunstwerke auf den Bildern basieren, die ihre Tochter malte. Auch diese "Originale" hätte ich gerne gesehen.


Dies ist nur eine kleine Auswahl der Künstlerinnen, die mir besonders gefielen. Es gab ganz viele Kunstwerke zu sehen, die mir mindestens ebenso gut gefallen haben. Sehr schade finde ich, dass es keinen Ausstellungskatalog gibt, auch wenn die abgedruckten Bilder nie die selben Eindrücke vermitteln können, wie die Ausstellungsstücke direkt vor Ort. Ich bin mir aber sicher, dass sehr viele BesucherInnen ebenfalls Interesse daran hätten.

Die nächste Nadelwelt steht schon in meinem Terminkalender. Ich weiß, ich darf nie zu früh planen. Aber hier mache ich definitiv eine Ausnahme.

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