Nadelwelt 2012 in Karlsruhe

Dieses Wochenende fand in Karlsruhe die Nadelwelt statt und ich habe es gestern tatsächlich geschafft, hinzugehen. Zwar nur am Nachmittag, aber immerhin. Diese fand erst zum zweiten Mal statt und es war schon nach kurzer Zeit sichtbar, dass die Erste vergangenes Jahr ein voller Erfolg gewesen sein musste: Dieses Jahr waren die Messe und Ausstellung sichtbar größer.

Mit Mann und 2 kleinen Kindern über eine Handarbeitsmesse zu flanieren, ist für Handarbeitssüchtlinge sicherlich eine Herausforderung. Aber, Überraschung, es klappte recht gut. Zum Glück stolperten wir gleich zu Anfang über einen Stand, wo es niedliche Stofftiere gab, so dass sich meine Mäuse je ein niedliches Kätzchen aussuchten und der Nachmittag war gerettet. Somit war ein "ich will wieder Heim" deutlich seltener zu hören, als bei solchen Veranstaltungen normalerweise üblich.

Schwerpunkt der Messe liegt auf jeden Fall beim Patchwork. Die meisten Händler bieten Zubehör und Stoffe dafür an und die Austellung selber besteht ausschliesslich aus Patchwork Arbeiten. Da sich der Veranstalter schon im Ausstellerverzeichnis auf Patchwork & Handarbeiten bezieht (was ich wirklich sehr begrüße), haben sich auch Händler mit den Schwerpunkten Sticken, Kreuzstich, Perlen und Schmuck, Taschenzubehör, Knöpfe, Wolle und ein paar andere eingefunden.

Für mich war zuerst shopping angesagt. Ich war nicht besonders darauf aus, unbedingt groß einzukaufen. Aber, ein paar Dinge entdeckt man immer und die Einkäufe werden mit der Zeit doch gezielter. Zudem wird man von den Kindern ein wenig ausgebremst. Nicht so schlimm, ich muss sowieso mein "Lager" ein wenig abarbeiten, bevor ich wieder weiter aufstocke. Fündig wurde ich somit an einem Stand, wo es schöne Spulen mit Seiden-Woll-Garn für z.B. Lace Schals gab, an einem anderen Stand mit allerlei Perlen, wo ich mir eine große Ladung Rocailles gönnte, weiter ein paar Aufbügelmuster für meine Große und schließlich eine niedliche Anleitung für eine Herzfee mit schönen Holzknöpfen. Meine Ausgaben hielten sich also ausnahmsweise in Grenzen.


Das Bild betrachtend erkenne ich, dass ich wieder einmal mehr an meine Kinder dachte, als an mich. Scheint für Mütter normal zu sein, habe ich mir schön öfter sagen lassen.

Zum Schluss nahmen wir uns Zeit, die Ausstellung anzuschauen. Eine äußerst beeindruckende Ausstellung. Jetzt auf die Schnelle bekomme ich nicht zusammen, wer neben Kaffe Fassett sonst noch ausstellte. Dazu kenne ich mich in der Patchwork- und Quilt-Szene viel zu wenig aus. Sagen kann ich jedoch, dass es von Traditionell bis Art Quilts alles zu sehen gab (sofern ich als Laie alles überblicken kann). Manches gefiel mir weniger, manches gefiel mehr sehr gut, bei manchem war ich platt, wie beeindruckend diese Kunst umgesetzt wurde und bei manchem blieb mir einfach die Spucke weg (z.B. bei den Mini-Log-Cabins).

Als ich mal kurz die Gelegenheit hatte, alleine und in Ruhe über die Ausstellung zu gehen, merkte ich, wieviel Kraft mir sowas gab. Alleine schon, die Kunswerke anderer Künstler zu betrachten und auf mich wirken zu lassen. Ja, da kam ein irres Gefühl auf. Nicht, dass ich mich umgehend selber ans Werk machen musste. Nein, einfach die Möglichkeit, die geballte Kreativität der vielen KünstlerInnen in echt zu betrachten und nicht irgendwo in einem Magazin abgedruckt, wo man die eigentliche Arbeit NIE in einem Foto richtig darstellen kann (selbst nicht mit Detailaufnahmen). Sowas MUSS man einfach mal in Echt sehen, wenn man es richtig sehen möchte.

Ich freue mich schon auf die nächste Nadelwelt. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich wieder da sein. Und das, wenn möglich, an zwei Tagen und hoffentlich mit noch mehr Händlern abseits des Patchwork.

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